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Macro-Influencer im Interview

Autor Redaktion
19. Oktober 2017 um 20:16 Uhr

Interview mit Lindarella

Sie ist 27 Jahre jung. Eigentlich heißt sie Linda. Als Lindarella ist sie jedoch zur Trendsetterin unter den Münchner Lifestyle-Blogs geworden.
 
Liebe Linderella, du hast ja einen Koffer dabei. Bist du gerade auf dem Sprung?
Ja, ich fliege gleich mit Triumph nach Verbier in die Schweiz.
 
Ist das ständige Reisen eher Fluch oder Segen für dich?
Eigentlich machen „wir alle“ den Job ja nur, weil wir so viel Reisen dürfen. Klar, es kann auch mal anstrengend sein, aber die meiste Zeit macht es Spaß.
 
Wie bist du zum Bloggen gekommen?
Eine Freundin, mit der ich zusammengewohnt habe, hatte einen eigenen Blog und ich habe ihr immer gerne geholfen. So bin ich auf den Geschmack gekommen und danach habe ich meinen eignen ins Leben gerufen. Seit 2014 gibt es Lindarella nun. Und ich bin mit der Entwicklung des Blogs sehr zufrieden. Inzwischen kann ich davon leben.
 
Wie unterscheidest du dich von anderen Bloggern?
Ich habe mir bereits am Anfang ganz genau überlegt, ich welche Richtung mein Blog gehen soll: Fashion machen alle, aber ich konzentriere mich zusätzlich auf Sport. So grenze ich mich etwas von den anderen Bloggern ab. Ein weiterer Unterschied ist, dass ich den ganzen Blog von der ersten Sekunde an professionell angegangen bin. Ich habe mir zum Beispiel eine Webdesignerin organisiert. Das „Influencer Dasein“ ist ein sehr hartes Pflaster, aber so war der Einstieg für mich relativ leicht.
 
Siehst du dich selbst als Influencer?
Ich finde das Wort „Influencer“ schwierig. Ich will eher informieren und inspirieren und nicht bestimmen, was gerade angesagt ist. Ich habe als Bloggerin angefangen habe und mein Blog noch immer mein Hauptmedium. Monatlich erreiche ich rund 100.000 Leser. Deshalb bezeichne ich mich als Bloggerin.
 
Bist du bei einer Agentur unter Vertrag?
Das war ich mal, aber jetzt mache ich es wieder alleine. Denn ich finde eine Agentur als Zwischenglied zwischen mir und dem Kunden schwierig. Viel lieber ist es mir, wenn ich mich direkt mit dem Kunden zusammensetzen kann und wir gemeinsam überlegen, wie eine Kooperation beide Seiten glücklich macht - den Kunden und die Leser.
 
Wie entstehen die Kooperationen dann konkret?
Jede Kooperationen ist unterschiedlich. Normalerweise treten Agenturen, PR-Agenturen oder Unternehmen an mich heran. Dann folgen direkte Briefings, in denen ein Konzept besprochen wird. Wenn ich persönliche Projekte realisieren möchte, wie zum Beispiel eine Reise oder Produkteinbindungen, dann gehe ich selber auf die Marken zu. Mein erster Kooperationspartner war Adidas.
 
Wie werdet ihr euch über die Form einig?
Ob es ein Blog-Post oder ein Instagram-Bild wird entscheide ich gerne gemeinsam mit den Kunden zusammen. Schließlich weiß ich am besten, was für Lindarella am Besten passt.
 
Gehst du auch unbezahlte Kooperationen ein?
Ja - nur ungefähr 30% meiner Beiträge sind bezahlt. Viele Sachen, die ich vorstelle, finde ich einfach persönlich cool. Über private Reisen oder Käufe berichte ich ja auch. Wenn man 80% bezahlt macht, ist man nur noch eine Werbemaschine und kein Influencer mehr. Auch mit „Star-Status“ würden einem dann die Leser abspringen.
 

Interview mit Luísa Lión

Sie arbeitet als Social Media-Beraterin und ist mit ihrem Blog Style Roulette aus der Blogging-Welt nicht mehr wegzudenken. Trotzdem findet sie die Zeit, auf jeden Kommentar ihrer Follower zu antworten.
 
Wann hast du angefangen zu Bloggen?
Direkt nach dem Abitur - das war im Jahr 2009. Damals hieß mein jetziger Blog „Style Roulette“ noch „Fashion Shows“. Aber seitdem hat sich viel verändert.
 
Wie hast du dich weiterentwickelt?
In allen Bereichen - sowohl menschlich, als auch charakterlich. Aber vor allem bin ich professioneller, schneller und strukturierter geworden. Die Qualität meiner Bilder ist besser und ich arbeite mittlerweile mit einem Team von fünf Leuten zusammen. Das ermöglicht es mir, mich auf Themen und Content zu spezialisieren, der mir wirklich gut gefällt und einen Mehrwert für meine Leser bietet.
 
Du hast Kooperationen auf deinem Blog. Was zeichnet für dich eine gelungene Zusammenarbeit mit Firmen aus?
Eine erfolgreiche Kooperation beinhaltet immer ein gutes Briefing. Es sollte klar und strukturiert sein und gewisse Vorgaben beinhalten, auf was der Kunde Wert legt. Trotzdem sollte man als Unternehmen genügend Spielraum für Kreativität und persönliche Ideen geben. Für mich persönlich ist es wichtig, dass ich eine Kooperation immer ehrlich kennzeichne und mir genügend Zeit nehme, um ein Produkt zu testen. Außederdem lerne ich noch gerne das Team hinter dem Produkt kennen. So bekomme ich einen guten Einblick und meine Leser erfahren Dinge, die sie sonst vielleicht nicht mitbekommen hätten.
 
Dein größter Tipp an Kooperationspartner?
Geht bei der Suche nicht nur nach Follower-Zahlen und Engagement, sondern such vor allem nach Bildsprache, Stil und Authentizität. Wichtig ist, wer auch inhaltlich und menschlich zur eurer Marke passt.
 
Was war dein bislang erfolgreichstes Projekt? 
Das ist ganz klar meine Schmuckkollektion mit Stilnest, die letztes Jahr einen sechsstelligen Umsatz generiert hat. Mittlerweile arbeiten wir bereits an der dritten Kollektion.
 
Welche Geschäftsfelder möchtest Du weiter ausbauen?
Gerade habe ich zusammen mit meinem Freund ein eigenes Startup gegründet. Mit unserem Blogger Workshop bringen wir den Leuten bei, wie man einen eigenen Blog starten kann, sich selbst als Name vermarktet, passende Themen findet und seine Leserschaft vergrößert. Es ist toll, sein eigenes Wissen weiterzugeben und anderen helfen zu können. Darüber hinaus halte ich mittlerweile viele Vorträge zum Thema Bloggen, Social Media und Influencer-Marketing. Außerdem plane ich gerade ein E-Book zum Thema positiven Denken, Motivation und EHFAR (Everything Happens For A Reason).
 
Wie definierst du deine Persönlichkeit?
Ich bin offen, ehrlich, direkt, manchmal tiefgründig, immer erfinderisch, sehr positiv und außerdem ambitioniert. Ich habe schon immer große Visionen gehabt und mich von nichts und niemandem zurückhalten lassen, meine Träume zu verwirklichen. Manchmal muss man einfach etwas größenwahnsinnig sein.
 
Was entspannt dich?
Ich liebe es, zu fliegen. Hoch über den Wolken kann ich so richtig abschalten. Manchmal braucht es aber auch einfach nur ein Gespräch mit meinem Freund oder eine neue Netflix-Serie, um mich zu entspannen.